Meinungen zum Windpark

Franka Weis

Franka Weis, Bürgerin aus Winden, SPD-Gemeinderätin

Atomkraft – Nein, danke! Regionale Stromerzeugung mit regenerativen Energieformen – Ja, bitte!

Deshalb bin ich nach Abwägung des Für und Wider, und auch meiner Bedenken hinsichtlich der Wirkung auf Natur und Landschaftsbild, zum Schluss gekommen: Ein begrenzter Ausbau von Windkraft, wie er durch den Flächennutzungsplan vorgegeben wurde, ist bei uns – im sehr windhöffigen Oberen Elztal – eine sinnvolle und effiziente Ergänzung zu Solarenergie und Wasserkraft.

Karl-Heinz Schill, Ortsvorsteher Prechtal

Ein Ausstieg aus der Atomkraft gelingt nur durch den schnellen Ausbau erneuerbarer Energien. Die Windenergie ist hierbei eine wichtige Energiequelle. Windenergieanlagen sollten aber nur dort gebaut werden, wo der Wind am stärksten weht und Beeinträchtigungen für Mensch, Umwelt und Natur am geringsten sind. Mit der Ausweisung der Konzentrationszone Gschasikopf haben wir diesem Prinzip und der Verspargelung unserer wertvollen Landschaft Rechnung getragen. Wichtig für mich ist, dass die erwirtschafteten Einnahmen bei uns vor Ort bleiben und die Anlagen einfach zurückgebaut werden können. Prechtal und Elzach werden weiterhin ein liebens- und lebenswerter Ort bleiben.

Marita Schmieder, CDU-Fraktion Gemeinderat Winden

Nach der Nuklearkatastrophe in Fukushima wurden die Stimmen sehr laut, die nach Alternativen zur Atomkraft riefen. Die Bundes- und Landesregierung haben sich zur Energiewende bekannt und die gesetzlichen Vorgaben dazu geändert. Ich war noch nie Befürworterin der Atomenergie. Deshalb machte mich bereits die erste Windenergieanlage in Freiamt sehr neugierig.

Nur mit einem Energiemix aus Wind- und Sonnenenergie, Wasserkraft, Geothermie und Biomasse kann auch unsere Gemeinde einen Anteil zur Reduzierung der Atomkraft beitragen. Die Windkraft ist auch für unsere Gemeinde eine große Chance.

Pia Lach, Bürgerin aus Winden, SPD-Gemeinderätin, SPD-Kreisrätin

Für mich ist der Ausstieg aus der Atomenergie ein zentrales Thema. Wir brauchen Alternativen, der Ausbau von regenerativen Energiequellen ist daher unabdingbar. Mir ist es wichtig, einen Mix aus Sonne, Wasser und Wind zu haben.

In der Abwägung der Vor- und Nachteile von Windenergie im oberen Elztal haben wir mit dem Verfahren des Flächennutzungsplans ein sehr gutes Steuerungsinstrument und können sehr begrenzt Windkraftanlagen in geeigneten Flächen bauen, was ich begrüße und absolut unterstütze. Zudem haben unsere Bürgerinnen und Bürger über die Bürger-Energie-Genossenschaft Biederbach & Elztal die Möglichkeit, sich direkt am Ausbau zu beteiligen, das kommt unserer gesamten Region zugute.

Michael Meier, SPD-Fraktionssprecher Gemeinderat Elzach

Die Energiewende, die weitgehend auf erneuerbaren Energien basiert und ohne Atom- und Kohlekraftwerke auskommt, wird mittlerweile von einem breiten gesellschaftlichen Konsens getragen. Die Windenergie verfügt in Baden-Württemberg,  neben der Solarenergie, über das größte Ausbaupotenzial. Entscheidend für Ertrag und Akzeptanz ist, dass die Anlagenstandorte gut gewählt und die Anlagen naturverträglich betrieben werden. Es steht außer Frage, dass die Eigenart einer Landschaft durch Windenergieanlagen verändert wird. Eine künftige Energieversorgung kann auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nur mit erneuerbaren Energien und deshalb mit der Windkraft funktionieren. Zudem müssen keine Energieträger wie Erdöl, Erdgas oder Uran aus politisch teilweise instabilen Regionen mehr importiert werden. Deshalb bin ich für den kontrollierten Ausbau von WEA in Konzentrationszonen, auch in unserer Region.

Dr. Peter Haiss, Fraktionssprecher FWE Gemeinderat Elzach

Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass wir die Energiewende vor allem regional vorantreiben müssen. Um energieautark zu werden, müssen wir den Energiemix ausbauen. Hier stehen uns vor allem die regenerativen Energien Wasserkraft, Sonnenenergie, Holz, aber auch die Windenergie zur Verfügung.

Um eine Verspargelung der Landschaft zu verhindern, der Windenergie jedoch gleichzeitig substantiellen Raum zu geben, haben wir im GVV Konzentrationszonen dort ausgewiesen, wo die Windhöffigkeit sehr gut ist und die Standorte genehmigungsfähig sind. Nur durch den mit dem Ausbau der regenerativen Energien verbundnen Druck auf Politik und Industrie schaffen wir die Energiewende mitsamt der Entwicklung neuer Speichertechnologien

Nadine Schöpflin, Bürgerin aus Winden, SPD-Gemeinderätin

Wenn jeder denkt, regenerative Energie ja – aber bitte nicht vor meiner Haustür und in meinem Blickfeld – kann die Energiewende nicht gelingen. Ein Rückbau von Windenergieanlagen ist im Gegensatz zu Kohleabbau und Atomkraft weitgehend folgenlos möglich. Sollte es also in 20-30 Jahren bessere Möglichkeiten der regenerativen Energiegewinnung geben, ist ein Wechsel zu diesen problemlos möglich. Bis dahin sollten auch wir Elztäler unseren Beitrag zur Gewinnung regenerativer Energien leisten.

Harry Schindler, Bürger aus Winden, SPD-Gemeinderat

Ich bin der Überzeugung, dass regenerative, dezentrale Energieerzeugung deutlich mehr Vorteile aufweist. Die Nachteile – auch die der Windkraftnutzung – sind meines Erachtens für die Zukunft deutlich geringer einzuschätzen als die des „klassischen“ Weges. Zudem sind diese Nachteile viel gerechter – sprich demokratischer – über das Land verteilt als bei der zentralistisch organisierten Energiewirtschaft – als Beispiel nenne ich nur den Braunkohle-Tageabbau und die riesigen Kohle- bzw. Kernkraftwerke.

Und genau diese dezentrale Energieerzeugung durch Wind und Sonne ermöglicht eine individuell anpassbare Bürgerbeteiligung vor Ort, im Besonderen auch bei „unseren“ Windrädern.

Ich kann absolut nachvollziehen, das manche Mitbürgerinnen und Mitbürger sehr besorgt über die Veränderungen in unserer schönen Heimat sind. Das bin ich auch und ich möchte auf keinen Fall, dass der ganze Schwarzwald engmaschig mit Windrädern überzogen wird. Mit den Windkraftkonzentrationszonen wird genau das verhindert. Somit bleiben ein begrenzter Natureingriff – sicherlich beim Bau kurzzeitig stärker als im Betrieb – und eine gewisse optische Veränderung. Manche Menschen stört das, manche nicht.