Klartext

Reicht der Wind am Gschasikopf und Tafelbühl/Eckle aus, um die Anlagen wirtschaftlich zu betreiben?

Am Gschasikopf wurde über ein Jahr lang mit einem sogenannten LIDAR-Messgerät die Windgeschwindigkeit gemessen. Am Tafelbühl/Eckle steht seit Herbst 2015 ein 100 Meter hoher Windmessmast, der auf 40, 60, 80 und 100 Metern Höhe mit sogenannten Anemometern die Windgeschwindigkeiten zuverlässig misst. Die bisher vorliegenden Werte sind sehr vielversprechend und liegen häufig über 7,0 m/s. Mit belastbaren Windgutachten, die eine zuverlässige Aussage der Windhöffigkeit zulassen, ist bis Herbst 2016 zu rechnen.

Wie hoch werden die Anlagen am Gschasikopf und Tafelbühl/Eckle und wie viele werden errichtet?

Sowohl am Gschasikopf wie am Tafelbühl/Eckle wurden vom Investor Enercon insgesamt 5 Windenergieanlagen zur Genehmigung beantragt. Ob alle Windenergieanlagen später gebaut werden, hängt vom Genehmigungsverfahren und der Genehmigungsbehörde ab. Alle Windenergieanlagen sind vom Typ Enercon E-115 und haben damit eine Leistung von jeweils 3 MW (3000 kW) und einen Rotordurchmesser von 115 Metern. Die fünf Windenergieanlagen am Gschasikopf, sowie die drei nördlichen Windenergieanlagen am Tafelbühl/Eckle haben eine Nabenhöhe – Höhe des Turms – von 149 Metern. Die zwei südlichen Windenergieanlagen am Tafelbühl/Eckle haben aufgrund ihrer Nähe zu einem Naturschutzgebiet eine Nabenhöhe von 135 Metern.

Sind die Genehmigungsanträge für den Gschasikopf und Tafelbühl/Eckle bereits eingereicht?

Ja, die Genehmigungsunterlagen für den Bereich Gschasikopf wurden bereits im Dezember 2015 eingereicht. Für den Bereich Tafelbühl/Eckle wurden die Genehmigungsunterlagen im Februar 2016 der Genehmigungsbehörde übergeben. Die wichtigsten Unterlagen und Gutachten finden Sie hier.

Können künftig noch mehr Windenergieanlagen am Gschasikopf und Tafelbühl/Eckle gebaut werden?

Nein. Aktuell sind an den Standorten Gschasikopf und Tafelbühl/Eckle jeweils fünf Windräder geplant. An beiden Standorten lassen es die gesetzlichen und technischen Bedingungen nicht zu, weitere Windräder zu bauen. Hierfür gibt es ganz konkrete Gründe:

Technische Gründe:

Windräder müssen bestimmte Mindestabstände zueinander einhalten. Sie können nicht beliebig nahe aufeinander gestellt werden. Je näher die Windräder beieinander stehen, umso mehr schatten sie sich gegenseitig ab. Je näher die Anlagen beieinander stehen, umso geringer ist die Wirtschaftlichkeit des gesamten Windparks.

Zweitens müssen baurechtliche Anforderungen an die Standsicherheit eingehalten werden. Trifft der verwirbelte Wind, der hinter einer Windenergieanlage entsteht, auf eine dahinter stehende Windenergieanlage hat dieser turbulente Wind Auswirkungen auf die Standsicherheit dieser Anlage. Sitzt die Anlage zu nah dran, kann die baurechtlich notwendige Standsicherheit nicht mehr gewährleistet werden. Eine solche Windparkplanung würde von der Behörde keine Genehmigung erhalten. Deshalb müssen die Windenergieanlagen mindestens das Fünf- bis Siebenfache des Rotordurchmessers in Hauptwindrichtung (Südwesten) voneinander entfernt stehen. Im Falle des hier geplanten Anlagentyps E-115 bedeutet dies, dass die Windenergieanlagen in Hauptwindrichtung mindestens 600 Meter voneinander entfernt stehen müssen. Um 90° versetzt zur Hauptwindrichtung müssen die Windenergieanlagen einen Mindestabstand von etwa dem Dreifachen des Rotordurchmessers, bei einer E-115 also etwa 350 Meter, einhalten. Folgende Darstellung zeigt dieses Prinzip:

MaxAnzahlWEA

Ein weiterer technischer Grund ist die besondere Topographie der Standorte Gschasikopf und Tafelbühl/Eckle. Bei diesen Standorten handelt es sich jeweils um Kammlagen und die Windräder stehen natürlich am höchstmöglichen Punkt dieser Kammlagen, weil dort der Wind am besten weht. Ein Bau von Windenergieanlagen abseits, also unterhalb dieser Kammlagen macht wirtschaftlich keinen Sinn. Außerdem ist der Bau von Windenergieanlagen am Hang technisch enorm aufwändig und kostspielig.

Schon alleine aus diesen beiden Gründen wird es außer an den bisher geplanten insgesamt 10 Standorten am Gschasikopf und Tafelbühl/Eckle keine weiteren Windräder geben können.

Gesetzliche Rahmenbedingungen:

Windenergieanlagen dürfen nur in den Konzentrationszonen gebaut werden, die im Flächennutzungsplan des GVV Elzach ausgewiesen sind. Außerhalb davon dürfen keine Windenergieanlagen gebaut werden. Dazu kommt, dass insbesondere am Gschasikopf das Auerhuhn als geschützte Art, einen weiteren Ausbau der Windkraft verhindert. Südlich vom Gschasikopf wird es deshalb keine weiteren Windenergieanlagen geben können.

Die vorhandenen Konzentrationszonen sind zudem bereits mit der maximal möglichen Anzahl an Windenergieanlagen geplant. Aus den oben genannten technischen Gründen werden in diese Konzentrationszonen keine weiteren Anlagenstandorte mehr hineinpassen.

Wo dürfen im oberen Elztal überall Windenergieanlagen gebaut werden?

Windenergieanlagen dürfen nur in dafür ausgewiesenen speziellen Konzentrationszonen für Windenergie gebaut werden. Diese Konzentrationszonen werden im sogenannten Flächennutzungsplan einer Gemeinde festgelegt. Der Flächennutzungsplan des Gemeindeverwaltungsverbands Elzach ist seit dem 22.10.2015 rechtskräftig. Unter diesem Link können Sie diese Konzentrationszonen, in denen Windenergieanlagen im oberen Elztal gebaut werden dürfen, einsehen.

Sie haben noch Fragen?

In unserer Rubrik „Klartext“ wollen wir möglichst umfangreich die unterschiedlichen Aspekte des Windparks Elztal beleuchten. Das versuchen wir über häufig gestellte Fragen und die passenden Antworten zu lösen.

Wenn Ihre ganz persönliche Frage an dieser Stelle noch nicht beantwortet wurde, schreiben Sie uns. Ihre Frage könnte auch Andere interessieren.