Wirtschaftlichkeit

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Die Gesamtinvestitionskosten sind ein Faktor für Wirtschaftlichkeit. Rund 85 % dieser Investitionskosten werden durch den Preis für die Windenergieanlage ausgelöst. Etwa 5 – 6 Mio. Euro kostet eine Windenergieanlage aktuellen Typs für einen Schwachwindstandort. Kosten für Gutachten, Messungen, Genehmigung, Beratung, Flächennutzungsplanung, Ausgleichsmaßnahmen machen weitere 5 – 8 % aus. Die restlichen 5 – 10 % entfallen auf Infrastrukturkosten wie die Zuwegung oder die Anbindung an das Stromnetz (Kabeltrasse). Wird ein Projekt an einem topographisch schwierigen Standort errichtet, steigert dies natürlich die Investitionskosten.

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Mit dem neuen EEG 2017 wird es keine feste Einspeisevergütung mehr geben, d.h. der Preis, den ein Betreiber eines Windparks für den Strom bekommt, den er produziert, ist nicht mehr fest. Stattdessen gibt es ab 2017 ein Ausschreibungsverfahren. Hierbei treten alle Investoren mit ihren bereits genehmigten Windparks gegeneinander an. Je günstiger ein Investor seinen Strom anbietet, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit für einen Zuschlag. Viele Windparks werden kosteneffizient gebaut werden müssen. Eine Wirtschaftlichkeit lässt sich beim neuen EEG daher erst festlegen, wenn ein Investor oder Betreiber eines Windparks einen Zuschlag bei einer Ausschreibung erhalten hat.

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Ein Windrad kostet ca. 5 – 6 Mio. Euro. Um diese Summe zu stemmen, gehen fast alle Investoren her und beschaffen sich den Großteil des dafür notwendigen Kapitals über Kredite bei Banken. Dafür fallen Zinsen an. Die Höhe dieser Zinsen, aber auch der Prozentsatz, zu dem die Bank das Projekt insgesamt mitfinanziert, haben erheblichen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit eines Windparks.

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Das Windkaufkommen hat – ähnlich wie andere Faktoren – einen hohen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit. Wo zu wenig Wind ist, kann auch nicht genügend Strom erzeugt werden. Deshalb muss ein Investor, damit er überhaupt einen Kredit von einer Bank bekommt, auch mindestens zwei Gutachten von zertifizierten Windexperten vorlegen, die ihm die notwendige Windhöffigkeit (Windaufkommen) garantieren. Liegen diese Voraussagen zu niedrig, verlangt die Bank entweder höhere Zinsen oder finanziert gar nicht.

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Die Wartung der Anlagen und die Absicherung, dass bei einem eventuellen Schaden, Ersatz gewährt wird, ist sehr teuer. Damit man überhaupt eine Bankenfinanzierung bekommt, muss man aber diese hohen jährlichen Wartungskosten akzeptieren. Dazu kommen Aufwendungen für die Betriebsführung, Versicherungen usw.. Die Höhe dieser Kosten sind ebenfalls entscheidend für die Wirtschaftlichkeit.

Häufig wird die Wirtschaftlichkeit von Windenergieanlagen gleichgesetzt mit dem Windaufkommen, das am Standort gemessen wird. Es wirken aber sehr viel mehr Faktoren ein, etwa die Finanzierungskonditionen, die laufenden Betriebskosten und natürlich die Höhe der Investitionskosten. Konkrete Beschreibungen finden Sie im nebenstehenden Schaubild.

Windparks werden in der Regel mit einer sogenannten Projektfinanzierung realisiert. Das bedeutet, dass die gesamte Investition durch eine Kombination aus Eigenkapital und Fremdkapital in Form langfristiger Bankdarlehen finanziert wird und die Rückzahlung aus den laufenden Einnahmen erfolgt. Für ein solches Projektfinanzierungs-Darlehen haftet nicht, wie sonst üblich, der Eigentümer, sondern die Bank stellt das Finanzierungsrisiko einzig auf die finanzierte Anlage ab. Nach Inbetriebnahme erhält der Betreiber über 20 Jahre hinweg eine festgelegte Vergütung für jede in das Stromnetz eingespeiste Kilowattstunde Strom. Die Erlöse aus den Einspeisungen decken die laufenden Betriebskosten, die Zahlungen für Zins und Tilgung des Fremdkapitals und den Aufbau der festgelegten Rückbaureserve. Überschüsse dienen der Verzinsung des Eigenkapitals.

Nach Ablauf der 20 Betriebsjahre sind die Bankdarlehen vollständig getilgt und die Mittel für den Rückbau angespart. Ein Windpark ist also von Beginn an auf ein festes Zeitfenster ausgelegt.

Die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit von Windenergieanlagen erfolgt anhand der während den 20 Jahren erwirtschafteten Überschüsse. Diese werden unter den Eigenkapitalgebern einheitlich oder nach zuvor festgelegten Regeln aufgeteilt. Aus dem Verhältnis von eingesetztem Kapital und erhaltenen Erträgen errechnet sich die jeweilige Rendite.

Windaufkommen an den Standorten

WindgeschwindigkeitenBeide Standorte des Windparks Elztal, Gschasikopf und Tafelbühl/Eckle, besitzen für Baden-Württemberg ein außergewöhnlich hohes Windaufkommen. Dies belegt einerseits der Windatlas (siehe Bild), wie auch eigene Messungen des Investors Enercon.

Die erwarteten durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten liegen am Standort Gschasikopf zwischen 6,5 und 7,5 Metern/Sekunde. Am Standort Winden, werden die Werte etwas darunter, zwischen 6,2 und 7 Metern/Sekunde, liegen.

Entsprechend dieser Windgeschwindigkeiten wird derzeit mit einer durchschnittlichen Jahresstromproduktion von etwa 85.000.000 kWh an beiden Standorten gerechnet.